Pflegekinderrecht-Blog

„Neulich bei den Pflegeeltern”

Rechtsanwalt Matthias Westerholt aus Bremen informiert

Interview mit Frau Dr. med. Petra Gölz, Inhaberin der Praxis für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Achim mit dem Schwerpunkt Neuropädiatrie.

Frage: Sie sagen, dass Sie jedes Kind als Kind betrachten. Egal ob es ein Pflegekind ist oder nicht. Ist die Frage nach den besonderen Herausforderungen bei „Pflegekindern“ denn falsch?

Antwort: Ja. Ich betrachte meine Patienten nie so: Schublade auf, Pflegekind rein, Schublade zu, biologische Eltern raus und so weiter. Ich kenne natürlich auch die Geschichte der Kinder. Was enorm wichtig ist. Aber ich versuche immer, jeden als Menschen zu sehen und seinen Bedürfnissen entspre-chend zu behandeln.

Frage: Nach unserer Erfahrung sind bei Kindern, die in Pflege- oder Adoptivfamilien leben oftmals ähnliche Probleme zu bewältigen. Der Umgang mit traumatischen Erfahrungen, die Frage nach Bindungsproblemen, Art und Weise mit den leiblichen Eltern umzugehen.

Antwort: Jedes Kind hat ja seine eigene Geschichte. Wann ist es zu den Pflegeeltern gekommen? Welche Bedingungen haben dort bestanden? Bei Säuglingen haben Pflegeeltern deutlich bessere Chancen eine Bindung aufzubauen. Das ist immer wieder zu beobachten. Wenn ein Kind erst mit drei oder vier Jahren, nach einem langen Weg mit Übergangspflege und immer wieder neuen Versuchen ambulanter Hilfsmaßnahmen im Haushalt der leiblichen Eltern, in eine Pflegefamilie kommt, sind die Konflikte ganz anders. Der Prozess des Bindungsaufbaus ist hier schon gelaufen. Kommen die Kinder dann mit negativen Erfahrungen in die neue Familie, stehen die Pflegeeltern wirklich vor einer riesen Herausforderung. Solche negativen Erfahrungen sind oftmals kaum noch zu kitten.

Lesen Sie das ganze Interview:

Zum Artikel auf der Westerholt + Partner Website (externer Link)

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