Pflegekinderrecht-Blog

Neulich bei den Pflegeeltern

Rechtsanwalt Matthias Westerholt aus Bremen informiert

Manchmal ist es verführerisch, sich mit den leiblichen Eltern oder einem leiblichen Elternteil zu solidarisieren. Will man die elterliche Sorge haben, lohnt es sich, die leiblichen Eltern zu umgarnen. Will man den (störrischen) leiblichen Elternteil möglichst aus dem Umgang heraushalten, unterstützt man vielleicht eher die Umgangswünsche des anderen leiblichen Elternteils. Findet man die leibliche Mutter sympathisch, freundet man sich an und grillt zusammen im eigenen Garten. Hier ist stets Zurückhaltung geboten. Das Verhältnis Pflegeeltern-leibliche Eltern ist besonders, fragil und komplex. Es kann sich schnell in die andere Richtung drehen, Stimmungen kippen, Meinungen ändern sich. Man sollte leibliche Eltern weder hassen noch lieben. Man sollte eine freundliche, aber sachlich distanzierte Ebene finden. Je besser man sich auf dieser Ebene „versteht“, desto wenige Stress und Irritation gibt es im System. Freundschaften mit den leiblichen Eltern, Verständnis, Mitleid oder Solidarität irritieren dieses besondere Verhältnis. Darum eher Finger davon.